Weiss DAC2

Der DAC2 von Weiss kommt aus der Studiotechnik und ist die Profiversion des Weiss
Minerva. Als einen großen Pluspunkt wird es mancher empfinden, dass er nicht nur eine
Computerschnittstelle, sondern auch einen Anschluss für CD-Laufwerke besitzt, so dass man
zunächst nicht unbedingt einen Computer benötigt. Denn nicht jeder wünscht sich auch
abends noch einen Computer.
Als Spielpartner für die ersten Tage stieß ich auch auf eine Playstation mit optischem
Digitalausgang. Nur testweise legte ich einmal eine CD ein - es funktionierte auf Anhieb.
Auch die Fernbedienung arbeitet auf Anhieb; die numerischen Tasten funktionieren, es ist
also äußerst komfortabel im Vergleich zur PS1.
Der kleine Flunder auf dem DAC2 im Bild ist eine solche Playstation2. Der DAC2 ist zwar
ein Profigerät, doch hat er sich wie ein echter Gentleman nicht gegen die PS2 gewehrt;
testweise hatte ich sie per Toslink-Kabel miteinander bekannt gemacht, und sie gingen ab
wie eine Rakete - durch die Decke und auf und davon; man hatte Mühe, ihnen
hinterherzukommen - und sie entführen einen ... in entfernte englische Kathedralen mit
traumhafter Akustik und nicht enden wollendem Nachhall, in die Konzertsäle
oberitalienischer Villen mit ihrer ganz speziellen Akustik, oder auf Wunsch auch in die
Vorführräume von Flügelfirmen, die teilweise höchst interessant und lebendig klingen,
ganz anders als in einem halbtoten Studio.
Zwar sieht es nach Mickeymaus aus, und ist nur eine "Einsteigerkombination",
doch sie hat es bereits in sich.
- eine Raumdarstellung mit solcher Präzision, an die man sich erst gewöhnen darf, wie
erwähnt,
- dabei ist die Natürlichkeit voll erhalten geblieben, die frappierend gute
Raumdarstellung geht also nicht auf Kosten einer hell überstrahlen Wiedergabe,
- und diese Natürlichkeit erstreckt sich vom tiefsten subfrequenten Tastenklacken eines
Chembalo, bisher so kaum gehört, über den Stimmenbereich bis zu den höchsten Höhen,
und Nie ist es spitz oder überbetont,
- dass dabei eine Guaneri keine Stradivari wird, schüttelt sie ganz nebenbei aus dem
Handgelenk.
(Das alles verglichen mit einem CD-Player mit bekanntem englischen Markennamen, der vor
überschaubarer Zeit einmal einen sehr hohen Preis hatte. Die kleine Kombi oben erkennt
ihn gar als Mogler mit kleiner Grundtonüberhöhung und einem mühsam angezüchteten
Crisp, was Stimmen und auch Zupfinstumenten entgegenkommt. Derartiges entlarvt diese Kombi
in kurzer Zeit.)
Schön ist zum einen, dass gute Aufnahmen, bereits von CD, auch gut klingen können. Und
schön ist zum anderen, dass dabei auch mäßige Aufnahmen noch anhörbar bleiben; was ja
nicht immer der Fall ist.
Um die rechte Einordnung dieser Einsteigerkombi ins Digitalzeitalter nicht zu verlieren: Der Rest der Anlage darf gut abgestimmt sein, und auch die Hausaufgaben in der Raumakustik sollten getan sein, um alles an Auflösung und Natürlichkeit darzustellen, was dieses Frontend bereithält. Auch eine feine Shindo-Anlage ist mit Sicherheit kein falscher Spielpartner. Wenn gewünscht, könnte man auf den Vorverstärker verzichten, da die Lautstärke über zwei Tasten geregelt werden kann (ON-Schalter einige Sekunden lang gedrückt halten, dann ergeben AES/EBU und S/PDIF die Lautstärkeregelung).
Es ist sicher auch kein Nachteil, dass es noch manche Steigerungsmöglichkeit gibt (z.B. per passendem Computer / Software / Files / oder auch per Profi-Laufwerk), auch wenn das zunächst einmal gar nicht so dringend erscheint.
Playstation forever ?
The combination above looks a bit funny, and yes, admittedly it's only the first step of several ones. Just for fun I connected a Weiss DAC2 + Playstation 2 (optical connection cable toslink and remote control needed for audio CD playback) as game partners for the first days only, but besides the look like Mickeymouse the feel is from the first moment: A CD player that can withstand this little combination is very expensive. The impressive 3D imaging is the first thing to notice, neutrality from buttom to top, all this without any sharpness. Well done. And compared to a PS1 now the numerical keys of the remote control work: sheer extravagance.
Several further steps are possible (computer / software / sourcefiles), but it seems not very urgent. (It seems recommended however to have done the homework regarding room acoustics very well.) It it possible, for example that you hear acoustic details of recording venues and 3D imaging you didn't hear before - as mentioned not at the expense of sharpness. A very recommended DAC.
2009-11-15